WISSENSWERTES ÜBER EDELSTAHLGEHÄUSE von ILINOX

Die geschichtliche Historie von Edelstahl

Die Metall-Legierung Edelstahl ist ein Material, das erst vor ca. 100 Jahren entwickelt wurde.

Im Jahre 1912 wurde in Deutschland durch den Metallurgen Herr Pasel von der Fa. Krupp zwei Legierungs-Patente angemeldet, die austenitische Stähle (Modifikation des Eisens) mit 18 Teilen Chrom und 8 Teilen Nickel enthalten.

Ein Jahr später wurde in England der erste industrielle Abstich von martensitischem Stahl (gehärteter Stahl) mit Chrom produziert.

Nach den ersten Produkten für Messer folgte die Verwendung von Edelstahl in Verbrennungsmotoren. Die eigentliche Verbreitung von Edelstählen startete in den zwanziger Jahren und hält bis heute an. Ein ständiger Bedarfsanstieg ist in den besonders “schwierigen” Sektoren, wie Lebensmittel-, Pharma-, Petrolindustrie zu verzeichnen.

Edelstahl-Legierungen

Edelstahl-Legierungen sind auf Basis von Eisen, Chrom, Kohlenstoff und anderen Elementen wie Nickel, Molybdän, Mangan, Titan. Sie werden dadurch besonders resistent gegen viele Korrosionsarten.

Die Norm EN 1008 legt die Eisenlegierungen, die einen Chromgehalt von 10,5% oder höher aufweisen, fest.

Die Eigenschaft guter Oberflächenresistenz beruht darauf, dass sie sich in der Umgebung mit ausreichender Oxydationskraft, wie zum Beispiel Luft, passivieren. Sie bilden auf der Oberfläche einen besonderen Film aus absorbiertem Sauerstoff. Edelstahl befindet sich danach im passiven Zustand.

Vor dem endgültigen Aufstellen im Arbeitsumfeld

Wichtig zu betonen ist, dass die selbstklebende Plastikfolie, der die Edelstahlgehäuse von Ilinox bedeckt, die Edelstahl-Oberfläche durch Verhinderung des Passivierungsprozesses während der verschiedenen Arbeitszyklen schützt.

Es ist daher unbedingt erforderlich, dass 2-3 Tage vor dem endgültigen Aufstellen im Arbeitsumfeld der Edelstahlgehäuse diese Folie entfernt wird, um Luft zur Passivierung der Oberfläche auf das Material einwirken zu lassen. Besonders wichtig ist dies beim Aufstellen im Außenbereich.

Schweißnähte der ILINOX- Edelstahlgehäuse

Beim Schweißen von Edelstahl entstehenden eisenhaltige Oxide. Durch die hohen Temperaturen oxidiert das Eisen und es entsteht eine typische blaue und braune Verfärbung.

Die Schweißnähte der Edelstahlgehäuse werden von ILINOX grundsächlich aus optischen und aus korrosionstechnischen Gründen fachkundig gereinigt.

Was geschieht beim Edelstahlschweißen?

Beim schweißen von Edelstahl entsteht sehr intensive Hitze, wodurch das Chrom in diesem Bereich herum abgebaut wird. Dadurch bleibt eine höhere Eisenkonzentration zurück.

Wegen dem niedrigen Chromanteil kann die Eisenoxidschicht einer nicht gereinigten Schweißnaht diesen Bereich nicht vor Korrosion schützen und würde sehr bald rosten. Die Eisenoxide bilden keine geschlossene Passivschicht.

ILINOX-Qualität

ILINOX reinigt bei seinen Edelstahlgehäusen die verfärbte Schweißnaht nicht nur einfach, sondern passiviert zugleich die darunter liegende Oberfläche.

Bei der Reinigung werden die Metalloxide entfernt und der Chromanteil an der gereinigten Edelstahloberfläche reagiert mit Sauerstoff. Es wird wieder ein mikroskopisch feine Passivschicht mit optimaler chemischer Resistenz und Korresionsschutz aufgebaut.

Edelstahl gegen Korrosion

Die Wahl der Stahllegierung erfolgt vor allem auf der Grundlage des Widerstandes gegen korrosive Substanzen. Die Edelstahlgehäuse von ILINOX sind standardmäßig aus dem Edelstahl 1.4301 (AISI 304) gefertigt. Alternativ sind einige Edelstahlgehäuse-Typen aus Edelstahl 1.4404 (AISI 316L) lieferbar. Diese werden gegen Korrosion der Stähle im Kontakt mit besonderen Substanzen eingesetzt.

Mechanische und physikalische Eigenschaften von Edelstahl

Edelstahl besitzt eine erhöhte Festigkeit als andere Metalle. Durch zusätzliches Abkanten und Formgebung der Schränke wie Kaltfalzung erlauben es, dünnwandige Edelstahlgehäuse mit trotzdem sehr hoher Stabilität herzustellen.

Eine weitere wichtige physikalische Eigenschaft ist der Magnetismus, der je nach Qualität und unterschiedlichen Struktur nicht oder nur leicht magnetisch sind. Generell sind die austenitischen Stähle nicht magnetisierbar. Sie sind die am meisten verwendeten Edelstahl-Legierungen aus Chrom und Nickel. Die ferritischen und martensitischen Stähle werden dagegen generell als magnetisch bezeichnet. Das sind Stähle, die als Hauptelement Chrom und einige weitere Zusatzstoffe enthalten. Der Gehalt an Kohlenstoff ist auf maximal 0,08% begrenzt.

Schutzart von Edelstahlgehäuse

In vielen Anwendungen müssen die Edelstahlgehäuse elektrische Geräte in erschwerten Einsatzbedingungen über viele Jahre sicher schützen.

Unzulässige Temperaturen, Fremdkörper und flüssige Medien wie Staub und Feuchtigkeit dürfen nicht ins Gehäuseinnern gelangen.

Die Schutzart gibt die Eignung des Edelstahlgehäuses für verschiedene Umgebungsbedingungen an. Die Tabelle entspricht den Schutzgrade nach den Normen CEI 70-1 Ausgabe 11/92.

In der Schutzartbezeichung werden nach den Buchstaben „IP“ zwei Kennziffern genannt.

  • Die erste Kenziffer gibt den Schutzumfang des Gehäuses bezüglich Fremdkörper/Staub an.
  • Die zweite Kennziffer den Schutzumfang von Feuchtigkeit/Wasser gegenüber dem Gehäuse.

Bis zum Schutzgrad IPX6 sind die darunter liegenden Schutzarten inbegriffen. Bei den höheren Schutzklassen 7,8, und 9K gilt dies für die Wasserschutzgrade nicht automatisch.

Ist der ein Einschluss einer niedrigeren Schutzart nötig, wird dies durch eine Doppelbezeichnung angegeben, Beispiel: IPX6K/IPX9K